Auf den Spuren Schlesiens im Rheinland – Ein gelungener Abschluss der Seminarreihe 2026

Schü­ler- und Stu­den­ten­grup­pe aus Ober­schle­si­en vor dem Bon­ner Rathaus

Geschich­te ent­de­cken, Gemein­sam­kei­ten erken­nen und euro­päi­sche Nach­bar­schaft erle­ben: Vom 11. bis 16. Okto­ber 2026 fand das drit­te und zugleich letz­te Semi­nar des Jah­res unter dem Mot­to „Deut­sche und Polen – Euro­päi­sche Nach­bar­schaft“ statt. Jun­ge Schü­ler und Stu­den­ten aus Ober­schle­si­en bega­ben sich auf eine span­nen­de Ent­de­ckungs­rei­se durch das Rhein­land und das Ruhr­ge­biet. Ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm eröff­ne­te ihnen viel­fäl­ti­ge Ein­bli­cke in die Geschich­te, Kul­tur und das gemein­sa­me euro­päi­sche Erbe bei­der Regionen.

Beson­ders ein­drucks­voll wur­de dies bei der Spu­ren­su­che nach dem Wir­ken des Zis­ter­zi­en­ser­or­dens, des­sen Ein­fluss sowohl im Rhein­land als auch in Ober­schle­si­en bis heu­te sicht­bar ist. Unter dem Leit­ge­dan­ken „Unbe­kann­tes Schle­si­en im Rhein­land“ bega­ben sich die Teil­neh­mer zudem auf eine Ent­de­ckungs­rei­se nach Köln, wo auch der berühm­te Dom auf dem Besich­ti­gungs­pro­gramm stand. Dabei galt es, his­to­ri­sche Ver­bin­dun­gen auf­zu­spü­ren und den Blick für die oft über­ra­schen­den Berüh­rungs­punk­te zwi­schen bei­den Regio­nen zu schärfen.

Ein wei­te­rer Pro­gramm­tag führ­te die Teil­neh­mer ins Ber­gi­sche Land. Der Besuch der Ost­deut­schen Gedenk­stät­te in Vel­bert sowie der Grä­ber pol­ni­scher und rus­si­scher Zwangs­ar­bei­ter bot Gele­gen­heit, sich mit den schwie­ri­gen Kapi­teln der euro­päi­schen Geschich­te aus­ein­an­der­zu­set­zen. Im Ober­schle­si­schen Lan­des­mu­se­um in Ratin­gen konn­ten die jun­gen Gäs­te anschlie­ßend ihr Wis­sen über die Geschich­te und das kul­tu­rel­le Erbe ihrer Hei­mat vertiefen.

Zu den wei­te­ren Höhe­punk­ten gehör­ten eine Füh­rung durch die Dau­er­aus­stel­lung des Hau­ses Schle­si­en in Königs­win­ter sowie ein Besuch des ehe­ma­li­gen Regie­rungs­vier­tels in Bonn und des Hau­ses der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Hier erhiel­ten die Teil­neh­mer span­nen­de Ein­bli­cke in die poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung Deutschlands.

Auch der tief­grei­fen­de Struk­tur­wan­del des Ruhr­ge­biets stand auf dem Pro­gramm. Am Bei­spiel der his­to­ri­schen Arbei­ter­sied­lung „Mar­ga­re­then­hö­he“ in Essen und bei einem Besuch des Gaso­me­ters in Ober­hau­sen wur­de deut­lich, wie sich eine einst von Berg­bau und Schwer­indus­trie gepräg­te Regi­on im Lau­fe der Jahr­zehn­te ver­än­dert hat. Dabei lie­ßen sich immer wie­der inter­es­san­te Par­al­le­len zur indus­tri­el­len Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart Ober­schle­si­ens ziehen.

Beglei­ten­de Gesprä­che, gemein­sa­me Aus­wer­tun­gen und leb­haf­te Dis­kus­sio­nen boten den jun­gen Teil­neh­mern Gele­gen­heit, ihre Ein­drü­cke zu reflek­tie­ren und neue Per­spek­ti­ven auf die deutsch-pol­ni­sche Geschich­te und Gegen­wart zu gewinnen.

Das Semi­nar mach­te ein­mal mehr deut­lich, dass euro­päi­sche Nach­bar­schaft weit mehr bedeu­tet als geo­gra­fi­sche Nähe. Sie lebt vom gegen­sei­ti­gen Ver­ständ­nis, von der Aus­ein­an­der­set­zung mit der gemein­sa­men Geschich­te und vor allem von per­sön­li­chen Begegnungen.

Ein beson­de­rer Dank gilt Joa­chim Kar­wo­c­zik, Bun­des­ge­schäfts­füh­rer Dami­an Spiel­vo­gel und dem Bun­des­vor­sit­zen­den der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on “Jun­ges Schle­si­en” Tobi­as Schulz, die mit gro­ßem Enga­ge­ment die Pla­nung, Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung des Semi­nars über­nah­men und den jun­gen Teil­neh­mern eine eben­so lehr­rei­che wie abwechs­lungs­rei­che Woche ermöglichten.

Ver­an­stal­tet wur­de das Semi­nar von der Lands­mann­schaft Schle­si­en – Nie­der- und Ober­schle­si­en mit dem Haus Schle­si­en als Seminarstandort.

Mit die­ser gelun­ge­nen Ver­an­stal­tung fand die Semi­nar­rei­he „Deut­sche und Polen – Euro­päi­sche Nach­bar­schaft“ für das Jahr 2026 ihren Abschluss – ver­bun­den mit vie­len neu­en Ein­drü­cken, wert­vol­len Begeg­nun­gen und der Erkennt­nis, wie leben­dig die his­to­ri­schen und kul­tu­rel­len Ver­bin­dun­gen zwi­schen Schle­si­en und dem Rhein­land bis heu­te sind.